Filmbesprechung von Joel Schmidt (konkret)

„Am 25. April 1985, dem 40. Jahrestag der Befreiung Italiens vom Faschismus, kündigt Pietro Perroti mit folgenden Worten seinen Job bei den Fiat-Mirafiori-Werken in Turin: „Ich wähle diesen politisch bedeutsamen Tag, um euch mitzuteilen, dass ich meine Freiheit wieder in Besitz nehme.“

Perroti zog im Sommer 1969, wie Abertausende andere auch, nach Turin, um dort in der einstmals größten Automobilfabrik Europas, den Mirafiori-Werken, Arbeit zu finden. Dank einer in die Fabrik geschmuggelten Kamera liefert der Protagonist und Regisseur des Dokumentarfilms „Wir brauchen keine Erlaubnis“ authentische Einblicke ins Innere dieses sonst hermetisch abgeschirmten Mikrokosmos. Originalaufnahmen innerhalb des eine Million Quadratmeter umfassenden Werksgeländes mit seinen knapp 60.000 Arbeiterinnen und Arbeitern, versinnbildlichen dabei auf eindrucksvolle Weise die Realität der tayloristischen Fabrikarbeit: Unendlich weite Fabrikhallen, vollgestellt mit lärmenden Maschinen und endlos langen Förderbändern, die Karosserien von einem Montageschritt zum nächsten transportieren; die gesamte Szenerie untermalt vom ohrenbetäubenden Lärm der alltäglichen Produktion. […]“

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Filmbesprechung von Peter Nowak

„[…] »Wir wussten, dass uns keine Gewerkschaft und keine Partei rettet, sondern dass die Arbeiter selber für ihre Rechte kämpfen müssen«, beschreibt Pietro Perroti die damalige Stimmung bei FIAT. Am Dienstag kam der ehemalige Arbeiter zur Deutschlandpremiere des Films »Wir brauchen keine Erlaubnis« nach Berlin.

Perroti ist Protagonist des Films. Als junger Arbeiter zog er nach Turin, um bei FIAT zu arbeiten und politisch aktiv zu werden. Er kaufte sich eine kleine Kamera, die er in die Fabrik schmuggelte, um dort den Arbeitsalltag in Bild und Ton festzuhalten. Dieses wichtige Zeugnis der Arbeitermilitanz, an der sich Zehntausende über Jahre beteiligten, ist nun mit Untertiteln auch in Deutschland zu sehen.[…]“

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